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Um die Mittagszeit des 20.07.2006 wollten zwei Mitarbeiter eines Kanalreinigungsunternehmens im Bereich des Regenrückhaltebeckens „Nord“
zwischen Kieselbronn und DĂĽrrn eine Abwasserleitung reinigen. Vor Beginn der Reinigungsarbeiten stieg ein Arbeiter in das ca. vier Meter tiefe Becken, um einen Schieber zu schlieĂźen. Nach wenigen Sekunden brach er
wegen vorhandener Faulgase bewusstlos zusammen. Rettungsversuche seines Kollegen und von einer nahen StraĂźenbaustelle herbeigeeilter Arbeiter schlugen fehl. Um 12:45 Uhr wurde daher ein Notruf an die
Feuerwehrleitstelle Pforzheim abgesetzt. Diese alarmierte um 12:46 Uhr die Feuerwehr Kieselbronn nach Alarmstufe „Hilfe 2“ zur Menschenrettung. Um 12:51 rückten sechs Einsatzkräfte mit dem
Löschgruppenfahrzeug (LF 16/12) und dem Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) zur Einsatzstelle aus. Im weiteren Einsatzverlauf rückten weitere Kräfte mit dem MTW nach; im Feuerwehrhaus wurde eine Bereitschaft
eingerichtet.
Im LF 16/12 rüsteten sich zwei Feuerwehrangehörige bereits auf der Anfahrt mit umluftunabhängigen Atemschutzgeräten aus, um an der
Einsatzstelle sofort mit der Rettung des verunglückten Arbeiters beginnen zu können.
Um 12:53 Uhr (sieben Minuten nach der Alarmierung!) trafen beide Fahrzeuge an der Einsatzstelle ein. Durch die Schilderung der Ersthelfer wurde
allen Einsatzkräften die Dramatik der Lage schlagartig bewusst. Der Atemschutztrupp konnte den Verunglückten mit Hilfe der von den Bauarbeitern bereit gelegten Materialien innerhalb von zwei Minuten aus dem Becken
retten. Da er keine Lebenszeichen zeigte, wurde er von der Feuerwehr und dem wenig später eintreffenden Notarzt reanimiert. Nachdem die Reanimationsmaßnahmen erfolgreich verliefen und der Zustand des Verletzten
stabilisiert werden konnte, wurde er in der Korbtrage der Feuerwehr aus dem schwer zugänglichen Gelände zum Rettungswagen transportiert.
Zur Betreuung des augenscheinlich unverletzten Arbeitskollegen des VerunglĂĽckten wurde der Notfallnachsorgedienst des DRK angefordert, der mit
zwei Helfern zur Einsatzstelle kam. Da der Ersthelfer bei seinen Rettungsversuchen im RĂĽckhaltebecken ebenfalls Faulgase eingeatmet hatte, wurde er vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.
Im weiteren Verlauf des Einsatzen unterstützten die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr die Ermittlungen der Polizei am Unfallort. Außerdem
wurde – letztendlich leider erfolglos – versucht, das verstopfte Abwasserrohr frei zu spülen, damit die restlichen Faulgase vollends entweichen konnten.
Nach den Aufräumarbeiten am Unfallort wurden die Einsatzfahrzeuge im Feuerwehrhaus mit tatkräftiger Unterstützung durch die Jugendfeuerwehr
wieder einsatzklar gemacht, so dass der Einsatz gegen 19:00 Uhr – vorerst – beendet werden konnte.
Auf Anraten des behandelnden Arztes und auf Empfehlung der zuständigen Berufsgenossenschaft sollten alle beteiligten Einsatzkräfte zur
Blutabnahme ein Krankenhaus aufsuchen. Vier Feuerwehrangehörige wurden daraufhin zur Beobachtung im Krankenhaus Siloah aufgenommen, im Lauf des Freitags aber wieder entlassen.
Da die Kieselbronner Einsatzmannschaft in der Nacht von Donnerstag auf Freitag personell geschwächt war, wurde die Feuerwehrleitstelle Pforzheim
gebeten, bei weiteren Notfällen im Bereich Kieselbronn, vorsorglich auch die Feuerwehren aus Dürrn und Bauschlott mitzualarmieren.
Nach einer kurzen Ruhepause wurden am Freitagvormittag die letzten Geräte gereinigt, alles aufgeräumt und die kontaminierte Einsatzkleidung zur
Reinigung gebracht, so dass der Einsatz letztendlich gegen 12:00 Uhr abgeschlossen werden konnte. Doch die Ruhepause sollte nur von kurzer Dauer sein!
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